Rezension – Becky Albertalli: The Upside of Unrequited

Becky Albertalli hatte mich mit ihrem ersten Buch, Simon vs. the Homo Sapiens Agenda (dt. Nur drei Worte) wirklich begeistert. Nun ist das zweite Werk der Autorin erhältlich. Nach meiner Lektüre von Patrick Ness‘ Release hatte ich vermutet, dass mich The Upside of Unrequited auch begeistern könnte. Hat es!

Ich habe gestern eine Amazon-Rezension zum Buch gelesen, in der bemängelt wurde, dass es keinen Plot oder Twist gebe. Stattdessen gehe es praktisch nur darum, dass die Protagonistin Molly einfach nur endlich einen Freund möchte. Und… ja, im Prinzip geht es genau darum, denn The Upside of Unrequited verfolgt einfach nur ein paar Wochen im Leben von Molly. Doch mal ehrlich: Nachdem sie schon in 26 verschiedene Jungs verliebt war, hat sie sich einen ersten Freund doch auch mal verdient, oder?

Nach „crush“ Nummer 26 wird es nun mal endlich Zeit, und eigentlich ist als Freund für Molly auch schon „Hipster Will“ auserkoren worden – Und eigentlich passt auch alles, aber eben doch nicht so richtig. Aber Reid, ihr Arbeitskollege, der hat es in sich: Er trägt zwar schneeweiße Sneakers, die einfach nicht zu ihm passen wollen, und außerdem Der Herr der Ringe  und Mittelerde-T-Shirts – aber… Tja, Reid scheint offenbar über dieses ganz Besondere zu verfügen.

The Upside of Unrequited ist super darin, normale Dinge auch als normal darzustellen – Dass Molly zwei Mütter hat, ist kein Gegenstand irgendeiner Diskussion, merkwürdig ist nur, dass noch keine gleichgeschlechtliche Ehe im Land erlaubt war – Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dann ist Molly unter anderem damit beschäftigt, Dekorationen für die Hochzeit beizusteuern und das alles muss in Windeseile organisiert werden.

Nebenbei beschäftigt sich die Handlung mal mit einem ganz anderen Aspekt von Freundschaft und Familie, nämlich mit dem growing apart. Es geht nicht darum, sich in einer Beziehung auseinanderzuleben, sondern darum, was eigentlich mit Geschwistern passiert, wenn diese allmählich ihren eigenen Weg gehen. Wenn man sich normal über jedes Verliebtsein unterhält, doch der nächste Freund oder die nächste Freundin plötzlich verheimlicht wird… Sehr interessant!

The Upside of Unrequited ist eben genau eines dieser Jugendbücher, welches eine gewisse Zeit im Leben des jungen Protagonisten verfolgt und in dem sich Twists, Veränderungen und Emotionen von ganz alleine entwickeln. Ich habe das Buch sehr genossen und fand es an keiner Stelle langweilig. Hin und wieder hat Albertalli möglicherweise versucht, zu viel in ein Werk zu packen, aber ich glaube, das gehört zu einem Jugendbuch nun einmal dazu, denn so ähnlich sehen die Probleme der jungen Leute nun mal wirklich aus. Manchmal kommt einfach zu viel auf einmal.

Lieblingszitat, weil es so gut zu #thechangeofeverything passt:

Because that’s the thing about change. It’s so painfully normal. It’s the most basic of all tragedies. (S. 300)

Das Buch:
Momentan gibt es The Upside of Unrequited nur auf Englisch. Eine deutsche Ausgabe wird sicherlich folgen.
Verlag: Balzer + Bray
ISBN: 0062660489

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